Das Marketing im digitalen Wandel der Zeit

von Alfons Rittler am 09.07.2015

Das Marketing im digitalen Wandel der Zeit

Unternehmen haben über Jahrzehnte hinweg dieselben Strategien strapaziert, um ihre Waren und Dienstleistungen anzupreisen. Dabei wurden die Maßnahmen hin und wieder den geänderten Bedürfnissen angepasst und modernisiert, aber nie wirklich grundlegend verändert. Doch der digitale Wandel, der sich momentan vollzieht, wirkt sich nicht nur auf Produkte und Konsumenten aus, er rüttelt auch die Marketingabteilungen der Vertriebe ordentlich durch und zwingt sie, zu handeln. Besonders wichtig ist dabei in erster Linie der datengestützte Dialog mit dem Kunden.

Schwerpunktverlagerung durch technologischen Fortschritt

Eine Studie von Marketo, einem Softwareanbieter für Unternehmen, und dem Analysten Economist Intelligence Group belegt eindeutig: 87 Prozent der Marketingexperten in Europa ist mittlerweile klar, dass Prozesse und Strukturen in der Werbung grundlegend geändert und an den technologischen Fortschritt angeglichen werden müssen. Einerseits, um den gestiegenen Ansprüchen der Kunden gerecht werden zu können, andererseits um mit der Konkurrenz mithalten zu können.

Die wichtigsten Aufgaben innerhalb einer Marketingorganisation stellten derzeit Werbung und Markenentwicklung zu 75 Prozent, Customer Experience und Engagement zu 59 Prozent sowie Produktmanagement zu 58 Prozent dar.

Aufgrund der digitalen Entwicklung wird sich das laut Studie jedoch bald ändern - die Schwerpunkte verlagern sich und neue Bereiche gewinnen an Bedeutung. Eine mögliche Struktur hinsichtlich Relevanz könnte folgendermaßen aussehen: Cross-Selling/Up-Selling 59 Prozent, Kundenbindung 58 Prozent, E-Commerce 54 Prozent sowie Werbung und Markenentwicklung 45 Prozent (dieses Teilgebiet wäre somit um 30 Prozentpunkte gesunken).

Die große Herausforderung an das Marketing

Der Aufbau von Kundenbeziehungen sowie der Erhalt der Kundentreue und die Förderung der Kundenbindung werden immer wichtiger. Dafür und für den gesamten dazugehörigen Verwaltungsaufwand ist laut Experten alleine die Marketingabteilung eines Unternehmens verantwortlich. Derzeit bedienen sich jedoch nur 26 Prozent aller europäischen Marketer der modernen Technologien, unter anderem zur digitalen Kommunikation für den permanenten Dialog mit dem Kunden. Ebenso wenig umfassend genutzt wird die Möglichkeiten zu Datenanalyse - weniger als 50 Prozent werten Daten effektiv aus, um mehr Informationen über das Kaufverhalten von Kunden zu erhalten.

Doch nun muss die Werbeagentur angesichts der neuen Entwicklungen in ihrem Job umdenken und Flexibilität beweisen. Allerdings vollzieht sich der Wandel nur zögerlich. Die größten Herausforderungen in der Werbung seien ein zu geringes Budget und die Anpassung an die digitale Welt. Jedoch sind die meisten Befragten der Meinung, dass die Unternehmer das Marketing zukünftig als Umsatztreiber einstufen und dieser Bereich einen großen Einfluss auf die gesamte Geschäftsstrategie haben wird.

Zuletzt einige Fakten zur Wirkung des digitalen Marketings

Digitales Marketing ...

 

... treibt ROI (Return Of Investment) und Umsatz in die Höhe

Das Marktforschungsinstitut Nielsen kam zu dem Ergebnis, dass Unternehmer mit jedem Euro, den sie in Online-Kampagnen investiert haben, eine fast dreifache Rendite erzielten.

... erhöht Effektivität analoger Medien

Eine Studie von Microsoft und den Forschungsexperten BrandScience zeigt, dass sich digitales Marketing positiv auf die Werbung in analogen Medien auswirkt. Insbesondere ein gelungener Medienmix hat einen positiven Einfluss auf den ROI.

... beeinflusst die Customer Journey 

Laut dem Consulting-Unternehmen McKinsey ist digitale Werbung nicht nur ausschlaggebend für die Kaufentscheidung, sondern beeinflusst auch das Kaufverhalten. Sind Unternehmen bei traditionellen Medien diesbezüglich stark eingeschränkt, gilt das nicht für digitale Medien. 

... fungiert als Mund-zu-Mund-Propaganda

Laut dem Marktforschungsinstitut Nielsen lukriert Mund-zu-Mund-Propaganda die meisten Käufer. Diese Art der Werbung wird mittels sozialer Medien wie Netzwerke, Foren oder Blogs, in der Funktion von "Sharing Tools", enorm verstärkt. Mittlerweile gelten geteilte Inhalte als genauso wertvoll wie persönliche Empfehlungen.

... erhöht die Werbewirkung und steigert den Marktwert 

Einfallsreiches Marketing erhöht die Werbewirkung - digitale Kreativität ergänzt die Klassiker um den Bestandteil Interaktivität, verstärkt den Effekt und steigert somit den Marktwert eines Unternehmens. 

... erweist sich als effizienter im Vergleich mit traditioneller Werbung

Digitales Marketing wird gegenwärtig bereits als eines der effizientesten Mittel zur Gewinnung der Kundenaufmerksamkeit eingesehen. Geschätzt ist sie bis zu sechs Mal so wirkungsvoll als die klassische Werbung. Zum Teil liegt das daran, dass Erwachsene im Schnitt mittlerweile fünf Stunden und 45 Minuten täglich im Netz unterwegs sind und nur noch etwa viereinhalb Stunden lang traditionelle Medien konsumieren.




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