Ist die Mobile Website wichtiger als eine App?

von Alfons Rittler am 06.11.2015

Das Smartphone dominiert: In der Gruppe der 14 bis 29 Jährigen verbringen die Nutzer schon 74 Prozent ihrer Online-Zeit mit dem mobilen Endgerät, auch bei älteren Anwendern ist dieser Trend zu erkennen. Das klassische Websurfen hat dabei offenkundig ausgedient, denn zu 90 Prozent werden Apps genutzt. Verliert die mobile Website damit also an Bedeutung?

Beliebte App-Nutzung: Vor allem Facebook profitiert

Angesichts dieser Zahlen scheint die Lösung naheliegend, sich weniger auf die mobile Website, sondern mehr auf die Gestaltung einer ansprechenden App zu konzentrieren. Doch der erste Eindruck täuscht: Ein Großteil der App-Nutzung beschränkt sich auf Messenger und soziale Netzwerke, selbst beliebte Spiele gehören noch zu den Top-Anwendungen. Rund 78 Prozent der App-Nutzung entfällt damit auf die Top-3 Apps. Der Unterschied zu weniger bekannten Apps liegt auf der Hand: Kleinere Anbieter müssen zunächst einmal entdeckt werden, und hier bleibt die Suchmaschine im mobilen Browser nach wie vor die erste Anlaufstelle. Trotz des Mehrwerts einer App, wie der optimierten Bedienung zusätzlichen Funktionen und einer meist geringen Datennutzung suchen Interessenten nicht erst im App-Store oder im Google Play Store. Dieser Schritt folgt zumeist, wenn das mobile Angebot gefällt und künftig häufiger genutzt werden soll. Auch hierzu gibt es Zahlen, die diese These belegen: Bei den Top-1000 Anbietern in den USA wird die Website doppelt so häufig genutzt wie die App; die Reichweite ist also deutlich höher. Selbst bei den Top-50 Anbietern, bei denen eine umfangreichere App-Nutzung zu erwarten wäre, überwiegt noch die Verwendung der Website. Bei weiteren Untersuchungen bestätigt sich: Je kleiner und unbedeutender ein Unternehmen ist, desto häufiger wird die mobile Website anstelle einer App genutzt.

App-Download erst nach überzeugendem Web-Auftritt

So beliebt Apps also auch sein mögen: Wie du vielleicht von deiner eigenen Nutzung her weißt, leidet unter zu vielen Anwendungen auch die Übersicht, bei einigen Smartphones wird zudem der Speicher knapp. Aus diesem Grund laden die meisten User nicht leichtfertig neue Anwendungen herunter. Das Unternehmen muss sich dies gewissermaßen verdienen, indem bereits die mobile Website überzeugt. Die App dient dann gewissermaßen der Kundenbindung und kann in der Nutzung durchaus einen Mehrwert bieten. In der Praxis zeigt sich aber, dass die Anbieter nicht zu viel Energie auf die Hoffnung der App-Nutzung aufwenden sollten: Traffic-Messungen des weniger bekannten Händlers "The Median" zeigen, dass die mobile Website sechsmal häufiger genutzt wird, als das bei App der Fall ist.

Responsive Website Pflicht

Die Frage, ob eine perfekt auf das kleinere Smartphone-Display angepasste, mobile Website notwendig ist, stellt sich zudem aus einem anderen Grund nicht. Seit April 2015 werden responsive Websites bei durch die Google-Suche bevorzugt. Wer seine Inhalte also nicht angepasst präsentiert, verliert in dem Wettbewerb erst recht. Wer also mit beschränkten Mitteln und Kapazitäten haushalten muss, sollte eine App besser hinten anstellen. Einige Fachleute empfehlen sogar, nur dann eine App anzubieten, wenn sie auch Chancen hat, auf dem Home-Screen zu landen.

Fazit: Kleinere Anbieter sollten mobile Website in den Vordergrund stellen

Am Ende zeigt sich: Rund 66 Prozent der Nutzung entfallen prinzipiell auf Facebook und zugehörige Dienste wie WhatsApp und Instagram. Werden die übrigen 34 Prozent betrachtet, erscheint die mobile Website wichtiger als eine entsprechende App. Vor allem muss die Browser-Ansicht im Erstkontakt überzeugen und die Nutzer überhaupt dazu bringen, die App zu installieren. Deren Nutzung ist dann in der Regel nur eine logische Folge; denn mit der Installation der App hat das Unternehmen auch die Möglichkeit, durch Notifications auf sich Aufmerksam zu machen - doch bis dahin ist es ein weiter Weg.

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