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Rittler & Co

Alfons Rittler

Digital Expert & CEO

Typographie im Alltag



Hierarchie, Struktur, Anordnung und Ästhetik des Schriftbildes

Ein Grafikdesigner hat nicht vorrangig die Aufgabe, Inhalte ästhetisch zu präsentieren, sondern Inhalte zu kommunizieren. Dazu gehören Bereiche der Semiotik, also der Zeichenlehre, aber natürlich auch die Typographie. Das ist kein reines Spezialwissen und kein verschwurbeltes Fachgebiet, dem sich ausschließlich Grafikdesigner widmen müssen - Typographie ist Alltag und Typographie ist überall. Entsprechend wichtig ist es, dass jeder die Grundlagen der Typographie versteht und von Lesbarkeit über Hierarchie bis hin zur Struktur die Grundlagen des Schriftsatzes kennt.

Typographie,Lupe vergrößert Textauszug

Der Ton macht die Musik

Typographie stellt Schriftsetzer, Designer und letztlich auch Leser vor mehrere Herausforderungen. Die konkrete und situative Lesbarkeit davon ist eine und vermutlich die Erste, mit der es sich zu beschäftigen lohnt. 

Ein Beispiel hierfür ist das Stopp-Schild, dessen starke weiße Buchstaben auf rotem Grund klar lesbar sind, auch bei überhöhter Geschwindigkeit. Auch Zeitungsüberschriften sind klar lesbar und selbst im Vorbeigehen am Kiosk oder beim Scrollen durch die Startseite lesbar, sie wollen Aufmerksamkeit und fordern diese durch große Lettern und Kontraste ein.

Was wird durch Schrift kommuniziert und wie wird es durch Schrift kommuniziert

Anders funktioniert die Lesbarkeit bei Thumbnails, denn hier müssen Kontraste angepasst und Buchstaben gegebenenfalls vergrößert werden. Schließlich soll das Profilbild auf Instagram so gut lesbar sein wie auf dem Banner der Website. 

Damit diese Form der Lesbarkeit und Kommunikation dem Leser erleichtert wird, teilt Typographie Texte hierarchisch auf. Selbst ohne den Inhalt zu lesen, auch in einer Fremdsprache oder mit dem altbekannte Lorem Ipsum muss einem Leser auf den ersten Blick klar werden, was den höchsten Stellenwert hat.

 

Es gibt verschiedene Methoden, diese Hierarchie rein typographisch zu kommunizieren. Schriftgrößen sind der einfachste Weg, doch auch die Schriftstärke ist ein exzellenter Weg der hierarchischen Anordnung. Zwischen fettem und extra feinem Text gibt es für viele Fonts eine große Bandbreite an unterschiedlichen Stärken, die einem Leser sofort die wichtigsten Infos mitgeben.

Anders als bei der Schriftgröße, die vor allem in Überschriften, Kapitel und Fließtext aufteilt, bietet die Schriftstärke ein noch schlüssigeres Gesamtbild des Textes. Auch auf Folien, Visitenkarten und Blogartikeln funktioniert das auf sehr elegante Art und Weise.

White Space, Fluid Design und ästhetische Typographie

Im Design haben Leere und reines Nichts ihren berechtigen Platz und das gilt unbedingt auch für die Typographie. White Space lässt Texte atmen und bringt sie noch besser zur Geltung. Wenn nicht jeder Pixel einer Website genutzt wird, nicht jeder Quadratzentimeter eines Flyers bedruckt ist, tritt der Inhalt auch stärker in den Vordergrund und kann leichter wahrgenommen werden.

White Space, der natürlich nicht zwangsläufig weiß sein muss, bietet Worten Raum zur Entfaltung und ist genau so wichtig für die Kommunikation des Inhaltes wie das Verhältnis von Wort zu Bild. Das gilt auf Postern wie auf Visitenkarten, doch natürlich haben digitale Medien ihre eigenen Regeln in Bezug auf Typographie.

Abgesehen von Text auf Bildern und in Videos können keine Konstanten garantiert werden. Text wird auf Smartphones anders dargestellt als auf 4k-LED-Monitoren - Responsive Design passt Websites an und skaliert diese mit dem Screen. Fluid Design nennt sich dieses Gestaltungsmittel in der Typographie und hierbei geht es vorrangig um den Zeilenumbruch und den Zeilenabstand.

Technisch müssen diese mit der Darstellung skalieren, ästhetisch gibt es unterschiedliche Ansichten, wie lang eine Zeile sein darf. Zwischen 40 und 80 Zeichen pro Spalte ist der grobe Richtwert, Konsens ist hier natürlich nicht zu erwarten. 

Ästhetik lebt aber auch in der Typographie nicht alleine von Größe und Anordnung, sondern auch von Farbe, Kontrast und gewählter Schriftart. Schriftarten kommunizieren bereits für sich, von Apples Einsatz einer leichten, schnörkellosen Helvetica über Actionfilme mit kräftiger Copperplate bis hin zur immer gut lesbaren Futura.

Aber es geht auch individueller, maßgeschneiderte Schriftarten gibt es in geschmackvollen Varianten für den Einsatz beim Retro-Barbier, für den Fotografie-Blog, für den professionellen IT-Dienstleister oder aber für den Grundschullehrer. 

In Farbe und Kontrast finden sich für Grafikdesigner Graz zusätzliche Schnittpunkte zwischen Typographie und klassischem Grafikdesign. Ob klare Kontraste, Komplementärfarben, Signalleuchten oder angenehme Pastelltöne, jede Differenz in Farbwirkung und Kontrast bietet dem Schriftsatz neue Möglichkeiten, den Inhalt zu kommunizieren. 

Typographie ist allgegenwärtig

Typograpische Aspekte des Grafikdesigns finden sich überall: auf dem Flyer, auf der Website, in der Zeitung oder unter jedem Bild auf Instagram. Text ästhetisch in Hierarchieren anzuordnen, aufzuteilen und aus Schrift ein ansprechendes und klar lesbares Schriftbild zu machen, ist entscheidend dafür, den Inhalt wirklich klar zu vermitteln. 

Und dies kann den Unterschied zwischen dem Kauf einer Zeitung und dem Vorbeigehen am Kiosk machen, es kann neue Zuschauer ins Kino locken, zum Klick auf die Website einladen oder aber zur Interaktion und Conversion reizen. Typographie ist kein Nachgedanke im Design, das Medium ist die Botschaft.

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Alfons Rittler
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